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| Im Mittelpunkt von Sigi Kulterers abstrakt-rekonstruktiver Malerei stehen in erster Linie existienzielle Fragen wie die menschliche Daseinsbewältigung und das zunehmende Konfliktpotential mit der Umwelt, die der Künstler in seinem umfangreichen Werk zu versinnbildlichen versucht. Kulterers Malerei wird von musikalischen Impulsen, einer kompositorischer Dynamik und einer starken innerbildlichen Bewegung getragen. Bei den grafisch inspirierten Naturabstraktionen sind kraftvoll zentrierte Binnenzeichnungen und die Leuchtkraft der Farben hervorzuheben. Auch Kulterers figurative Arbeiten werden von einer starken innerbildlichen Bewegung getragen und thematisieren in erster Linie Aspekte der menschlichen Leidenschaft. Im Mittelpunkt der dynamischen Kompositionen stehen kontrastreich gestaltete Flächen, die dem Auge durch unterschiedliche Schattierungen sehr viel Spielraum und Bewegungsfreiheit lassen. Die formalen Elemente, die an geometrische Grundformen wie Dreiecke, Kreise und Spiralen erinnern, sind eher unauffällig in das Bildganze integriert. Bei längerer und eingehender Betrachtung beginnen Farbflächen und einzelne Linien sich zu einer dreidimensionalen und lebendig erscheinenden Form zu verdichten. Der geweitete Bildraum bietet mit seinem variablen Spannungsmittelpunkt und den hellen und leicht gefärbten Peripherieflächen eine offene künstlerische Form von hohem emotionalen Aufforderungscharakter. |